Sobald Kinder alt genug sind, um kurze Strecken selbst zu laufen, freuen sie sich meist auch über einen eigenen kleinen Rucksack für den Ausflug. Das Gefühl, selbst etwas zu tragen und mitzuentscheiden, was hineinkommt, macht den Ausflug für sie zu etwas Besonderem, statt nur mitgenommen zu werden.
Am Anfang reicht es, wenn der Rucksack nur wenige, leichte Dinge enthält, etwa eine kleine Trinkflasche, ein Tuch oder ein Lieblingsgegenstand für unterwegs. Wichtiger als das Gewicht ist die Erfahrung, selbst gepackt zu haben und während des Ausflugs zu wissen, was sich in der eigenen Tasche befindet.
Gemeinsam packen statt vorpacken
Ein fester Ablauf am Abend oder Morgen vor dem Ausflug hilft dabei, das Packen zu einer festen Gewohnheit werden zu lassen. Wenn Kinder gefragt werden, was sie selbst für wichtig halten, lernen sie mit der Zeit, eigenständig einzuschätzen, was für einen bestimmten Ausflug wirklich gebraucht wird.
Es lohnt sich, dem Kind ruhig auch kleinere Fehler beim Packen zuzugestehen, etwa ein zu schweres Spielzeug oder ein Gegenstand, der am Ende nicht gebraucht wird. Aus solchen Erfahrungen lernt es meist schneller als aus jeder Erklärung, warum bestimmte Dinge sinnvoller sind als andere.
Eine kleine, kindgerechte Liste mit Bildern oder wenigen Wörtern kann zusätzlich helfen, damit das Kind selbstständig prüft, ob alles Wichtige eingepackt wurde. Eine solche Liste muss nicht kompliziert sein, sie gibt dem Kind aber ein Gefühl von Kontrolle über die eigene Vorbereitung. Mit der Zeit braucht das Kind die Liste vielleicht gar nicht mehr, weil sich der Ablauf von selbst eingeprägt hat. Bis dahin bleibt sie jedoch eine einfache Stütze, die Sicherheit gibt, ohne dass ständig nachgefragt werden muss.
Mit der Zeit wird der eigene Rucksack für das Kind zu einem festen Teil jedes Ausflugs, den es selbstverständlich mitnimmt und selbst kontrolliert. Diese kleine Verantwortung stärkt nicht nur die Selbstständigkeit, sondern macht den gemeinsamen Ausflug für die ganze Familie oft auch spürbar entspannter.